KEIN CON
DER BERICHT

Kein Con

 

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WIR GEBEN ALLES !
[Bericht Roman+Erich]

Die Vorgeschichte zur Namensgebung des »Kein Con« zum 10-jährigen PR-Stammtisch­jubiläum der Wiener fällt unter die Rubrik »Kurioses«. Nach den stressigen Vorbereitungen zum »Zielstern-Con«, der Feier zum 100sten Stammtisch im Jänner 2005, war einer der Organisatoren (Namen nennen wir jetzt keine, gell Erich) so mit den Nerven fertig, dass er im nächsten Stammtischbericht auch prompt der Welt verkündete, dass zum 10. Jahrestag der Gründung des PR-Stammtisches kein Con stattfinden würde. Kurz gefasst hieß es dann »Kein Con zum 10. Geburtstag im Jahre 2006«.


Immer volle Stube beim Con

Getreu dem Motto »Wir feiern die Feste, wie sie fallen« und »Leute, so jung kommen wir nicht mehr zusammen« manifestierte sich im Laufe des Jahres 2005 letztendlich doch der Wille zu einer groß angelegten Feier. Nachdem bei der Titelsuche so originelle Varianten wie »Conanieren in Wien« (Namen nennen wir jetzt keine, gell Roman) der Zensur zum Opfer fielen, gaben wir uns selbstironisch, adaptierten kurzerhand den »Kein-Con«-Ausspruch und adoptierten ihn als unser Logo und Motto.
Kaum war das Wochenende der Feier offiziell im Internet gepostet, trudelten bereits die ersten Anmeldungen ein. Entgegen unserer sonstigen Art, den Großteil des Cons in nächtelangen Sitzungen bereits ein halbes Jahr vor der Veranstaltung zu planen (Achtung, Ironie!), verließen wir uns diesmal auf unsere Erfahrung. Einige von uns nutzten daher die freie Zeit für die Erstellung der ATLAN-Briefmarke, für eine weitere Ausgabe von NOW! und für die Ausschreibung des Perry-Lebensmotto-Wettbewerbs. Auch, als sich bei Überprüfung der Gästeliste herausstellte, dass auf unserem Con mehr Autoren als bei der offiziellen, vom Verlag veranstalteten, 45-Jahr-Feier von PERRY RHODAN anwesend sein würden, trieb es uns Veranstaltern keine Schweißperlen auf die Stirn. Unruhig wurde einer der Organisatoren nur, als es daran ging, alle Autoren in Hotels in der Nähe des Conlokals unterzubringen. Ein Kongress reduzierte die Bettenanzahl in den Vier-Sterne-Hotels, und so mussten Ausweichquartiere gefunden werden. Schließlich schafften wir es, für alle ein ansprechendes Hotel zu finden.


Hubert Haensels hübsche Töchter

Nun, ganz so »Locker vom Hocker« ging es natürlich nicht, und der Schweiß floss spätestens am Donnerstag Abend, als das Con-Lokal entsprechend hergerichtet werden musste: Tische schleppen, Bilder aufhängen, die Küche putzen oder Einkäufe verstauen bescherte uns einige arbeitsreiche Stunden. Und dann wollte die Technik nicht so, wie wir wollten – bis Mitternacht wurde versucht, den Beamer in Betrieb zu nehmen, bevor wir entnervt aufgaben.

Der Freitag begann zeitig in der Früh. Nach einem kurzen Besuch auf einem Postamt zum Abstempeln der Atlan-Ersttagsbriefe war im Con-Lokal Bereitschaftsdienst angesagt. Bereits im Laufe des Vormittags trudelten alle möglichen Gäste ein, um Sachen abzugeben oder die Lage zu sondieren. Außerdem wurde noch weiter dekoriert und wir waren letztendlich sogar gegen die störrische Bild- und Tonanlage siegreich.

Habeck
Reinhard Habeck beim Signieren und Zeichnen

Zu Mittag kam dann die erste (und zum Glück auch die letzte) Hiobsbotschaft. Norbert Frischauf, unser ESA-Physiker vom Dienst, musste seinen im Vorfeld bereits mit Spannung erwarteten Vortrag wegen Krankheit absagen. Also wurde kurzerhand das gesellige Beisammensein verlängert und die Eröffnung samt Buffet einfach nach hinten verschoben. Da RHODAN-Autoren im stillen Kämmerchen arbeiten und sie sich in der Regel nur ein Mal im Jahr bei der Autorenkonferenz sehen, waren alle derart damit beschäftigt, das außertourliche Wiedersehen zu begießen und zu beplaudern, dass es zu keinen Proteststürmen wegen der Verschiebung des Buffets kam.
Am Nachmittag war jedoch noch die Wienführung angesagt, zu der sich einige deutsche Besucher eingefunden hatten. Thomas spazierte mit den Gästen durch die Innenstadt und spielte Fremdenführer. Originellerweise entging ihm, dass sich unter den Touristen auch der PR-Neoautor Christian Montillon befand. Damit bewahrheitete sich die Prophezeiung von Christian, der gemeint hatte, dass ihn ohnehin niemand erkennen würde.

MontillonWittmann
Links: Unbekannter Gast - rechts: Michael Wittmann

Je weiter der Tag voranschritt, desto mehr füllte sich das Lokal. Andreas und Uwe leisteten Schwerarbeit hinter der Bar und erfüllten unermüdlich die flüssigen und festen Bestellungen der Gäste.
Nachdem auch die letzten Ehrengäste eingetroffen waren – Arndt Ellmer und Klaus Bollhöfener waren in einem verspäteten Zug festgesessen – eröffneten wir den Con. Und dann ging es Schlag auf Schlag. Nach einem tollen Animationsvideo von Kurt Neubauer aus seinem geplanten PERRY RHODAN-Film wurde von Wolfgang und Erich die neue ATLAN-Briefmarke vorgestellt, Roman verkündete das vom Verlag aus den zehn besten Einsendungen ausgewählte Lebensmotto Perrys und es wurden auch die zahlreichen anderen Buch- und Zeichenprojekte vorgestellt. Als kleine Überraschung wurde Uwe Antons Lebensgefährtin mit ihrer Lieblingstorte und einem von allen Gästen gegrölten »Happy Birthday« zum Geburtstag gratuliert.


Roman mit Geburtstagstorte

Das anschließende, schon traditionelle und in der Conszene einzigartige, Galaktische Buffet verlangte wieder einen guten Magen. Muurt-Würmer, Swoon Babys und abgetrennte Fingerglieder ließen die Magensäure jubilieren.
Danach zogen sich viele zu einem Verdauungsschnaps (wahlweise Vurguzz aus Tirol oder Wien) an die Bar zurück. Alte Freundschaften wurde begossen und neue begründet. Die Wiener Organisatoren freuten sich, ihren Kollegen aus Köln, München und Graz wieder auf die Schulter zu klopfen und fanden gleichzeitig in den Abordnungen aus Innsbruck, Linz und aus dem Frankenland neue Congäste und Freunde.


Die Schlacht am kalten Buffet

Ein weiteres Highlight des Abends war die Präsentation von  Franz Miklis »100 Maschinenträumen«. Speziell für diese Veranstaltung hatte er unter dem Titel »Pakt gegen Terra« 100 (in Worten: einhundert!) PR- und Johnny Bruck-inspirierte Bilder gemalt, die als Multimediashow auf der Leinwand gezeigt wurden. Trotz technischer Probleme, die das Vergnügen etwas beeinträchtigten, waren die Gäste sehr beeindruckt.
Nachdem die Organisatoren sehr viel später die Letzten aus dem Conlokal befördert hatten, klang für einige Nachtschwärmer inklusive einem der Veranstalter der Abend um 3:30 Uhr in der Hotelbar aus.

Der Samstag begann, wie es sich für einen »Kein Con« gehört – mit Schlüsselproblemen bzw. einem Kein-Schlüssel-Problem. Daher hielten zwei Organisatoren die Meute mit »Ihr erwartet doch wohl nicht von einem Con, der nicht stattfindet, dass ihr pünktlich ins nicht vorhandene Conlokal eingelassen werdet«-Scherzen bei Laune bis der Ring…, äh, Schlüsselträger einlangte.
Die offizielle Eröffnung fand trotzdem fast pünktlich statt. Nach Grußworten von Wolfgang im wohlgefüllten Saal startete das »Programmfeuerwerk«. Den Anfang machte Klaus Bollhöfener mit Neuigkeiten aus dem Verlag und einer Publikumsdiskussion über die PR-Silberbände. Gleich im Anschluss berichtete Gilbert über seinen Aufenthalt im CERN, der europäischen Teilchenforschungsanlage und begeisterte die Besucher mit seinem sehr erfrischenden Vortrag. Der letzte Programmpunkt des Vormittags war schließlich ein Video von Raimund Peter über Modellbau und die Entstehung der »Festung der Inquisition«.


Auch die Bar war immer gut besucht

Nach dem Mittagessen beschritten wir ein weiteres Mal Neuland in der RHODAN-Fanszene. Vierzig Leute begaben sich in ein um die Ecke gelegenes Literatur-Atelier zum Außenprogramm-punkt des Cons – der Dichterlesung von Uschi Zietsch zum Buch »Wiener Roulette«. Fünfundvierzig Minuten lang las Uschi aus der satirischen Anthologie vor und stellte erstmalig die 2007 erscheinende Buchserie »Sunquest« vor, an der neben Nachwuchsautoren auch allseits bekannte Autoren mitmischen werden.

Die »ruhige« Zeit im Con-Lokal wurde dazu genutzt, mit einer kleinen Kinderrunde ein »Gucky-Zeichnen« zu veranstalten. Michael Wittmann hatte sich dafür zur Verfügung gestellt und brillierte nicht nur zeichnerisch, sondern auch pädagogisch äußerst fachkundig.
Als sich gegen 16:00 Uhr wieder alle Con-Gäste im Lokal eingefunden hatten, setzte Arndt Ellmer mit einem Vortrag über seine Tätigkeit als Leserkontaktseiten-Onkel bei PERRY RHODAN fort. Einerseits wurden lustige Anekdoten zum Besten gegeben, andererseits auch leise Kritik an den Lesern geübt, die sich nicht mehr so aktiv wie früher einbringen.


Arndt Ellmer, Michael M.Thurner, unbekannter Gast (v.l.n.r.)

Anschließend wurden die beiden PR-Filmprojekte präsentiert – zuerst zeigte Kurt Neubauer Auszüge aus seiner Arbeit, anschließend Raimund Peter, und beide hatten bereits tolles und überzeugendes Material dazu vorzuweisen. Man darf gespannt sein, was sich daraus noch entwickeln wird. Dazwischen stellte Werner Höbart das Projekt »Light Edition« vor und bedankte sich mit einem von Kurt erstellten Video bei den Autoren und Zeichnern, die bisher an den Druckwerken mitgearbeitet haben.

Swen Papenbrock und Michael Wittmann hatten zwar keinen offiziellen Programmpunkt auf der Bühne, standen ihren Fans aber immer zur Verfügung und präsentierten ihre Arbeiten, die auch käuflich erwerbbar waren. Ebenso hatte Franz Miklis seine »100 Meisterwerke« dabei, die von den Fans eifrig durchgeblättert wurden. Letztendlich musste man sich jedoch entscheiden, wofür man sein Geld ausgeben will: Zeichnungen, die Leinenmappe mit »10 Wiener Ansichten« von PR-Künstlern, die Portfoliomappe von Michael Wittmann mit »20 Blicken ins Perryversum«, das Fanzine NOW!10 von Eric, die Atlan-Briefmarken, die RUBY-Edition Postkarten, Bücher von Reinhard Habeck, das Karottenschnaps-Buch von Michael Marcus Thurner, … wer sich nicht entscheiden konnte, stülpte seine Geldbörse um und kaufte im Zweifelsfall alles! Allerdings war es angeraten, sich noch etwas Bares für die Versteigerung aufzuheben!


Wolfgang Zenker mit Bonnie Bruck

Die Versteigerung reihte sich ebenfalls in der Rubrik »Wir schreiben RHODAN-Geschichte« ein, spendete doch die Witwe von Johnny zwei Originale ihres Mannes (ein Cover von TERRA ASTRA und das Titelbild von PERRY RHODAN Nr. 898). Da dieser Umstand bereits bei der Begrüßung am Freitag offiziell verkündet worden war, versuchten einige deutsche Gäste, mit ihren Bankomat-karten das Limit der österreichischen Bankomaten zu knacken. Die Brieftaschen wurden weit geöffnet und die Bilder gelangten in die richtigen Sammlerhände. Und die Einnahmen waren eine schöne und wichtige Unterstützung für die Finanzierung der ganzen Veranstaltung.
Vor der Versteigerung wurde jedoch noch über den unvergesslichen Maler geplaudert, und Frau Bruck erzählte auch die eine oder die andere Anekdote zum Gaudium des Publikums.

Die anschließende Autorenkonferenz begann mit einer mutigen Frage. Obwohl Triebwerksfragen im Vorfeld und im Programm explizit verboten waren, wagte einer der Moderatoren unter Einsatz seines Lebens die Frage nach dem Antrieb von Vultapher zu stellen. Obwohl die Autoren Breitseite um Breitseite auf den Fragesteller abfeuerten, gelang es ihm, die Frage noch ein zweites Mal unterzubringen. Danach wurde ihm feierlich das eine Tonne schwere Datenblatt zum Antrieb von Vultapher von Rainer Castor überreicht. Sobald die mathematischen Ableitungen von dem eigens einberufenen Unterausschuss des Wiener PERRY RHODAN-Stammtisches geprüft worden sind, wird die Funktionsweise in leicht verständlicher Form auf der Homepage des Stammtisches veröffentlicht.
Dann hatte Klaus B. seinen großen Auftritt. Nachdem er sechs Mal in Folge betont hatte: »Wir geben alles« (gemeint waren die Redaktion und alle Autoren), fühlte sich Michael Marcus Thurner bemüßigt, eine Honorarerhöhung zu fordern.


Dida Wengenmayr und Michael Rauter, Grazer Fans, ...

Den Abschluss des offiziellen Programmteiles machte das »Galaktische Kabarett« von Olivier Lendl, der fast eine Stunde lang witzige Sketches zum Besten gab und dabei insbesondere STAR TREK auf die Schaufel nahm.
Der Abend klang an der Bar um 2:00 Uhr morgens aus. Die Nachtschwärmer des Vortages plus ein zusätzlicher Autor hielten diesmal bis 5:00 Uhr an der Hotelbar durch.

Zwei Tage später auf den Ausspruch »Wir geben alles« angesprochen, präzisierte Klaus in einem Telefonat folgendermaßen: »Wir geben alles – sogar für Randgruppen«.

Wir danken allen Gästen, die mit uns den 10ten Geburtstag des Wiener PERRY RHODAN-Stammtisches gefeiert haben. Selbstverständlich heben wir hier alle Autoren, Zeichner, Innenillustratoren und Verlagsverantwortliche hervor, die extra nach Wien gekommen sind (Michael Marcus Thurner z.B. hat extra für uns 20 Minuten Fußmarsch von seinem Wohnort zum Conlokal auf sich genommen *g*) Unser Dank gilt auch Frau Bruck, die zwei Originalbilder von Johnny Bruck für die Versteigerung zur Verfügung gestellt hat.


Helmut Freisinger

Ich persönlich habe (vom Schlafmanko – ich halte bei 7 Stunden innerhalb von 48 Stunden – mal abgesehen) den Kein Con als gelungen empfunden. Ich finde, dass auch die besondere Nähe zwischen Autoren und Fans ein Erfolgsgeheimnis der Serie ist. Bezeichnend dafür ist, dass sich daraus mittlerweile schon Freundschaften entwickelt haben. Darum freue ich mich schon darauf, diese Freunde beim nächsten Wien Con (vielleicht zum 2500er oder beim 150sten Stammtisch)  bzw. bei den nächsten Veranstaltungen (sicher in Garching 2007 und beim Ranch Con 2007) wieder zu treffen. In diesem Sinne: Wir sehen uns!

Ja, dem kann Erich nur zustimmen! Und auch auf die Gefahr hin, dass diesen Ausspruch keiner mehr hören kann, weil er dermaßen überstrapaziert ist und einen kilometerlangen Bart hat, mache ich ihn jetzt trotzdem: Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut!


Immer gute Stimmung!

[Anmerk. der Red.: Der »unbekannte Gast« war natürlich kein Unbekannter, sondern ein prominenter Ehrengast: der PR-Autor Christian Montillon! ^_^]


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