Wie bastle ich mir einen Flyer?

Am Anfang war weder das Wort noch das Feuer, sondern die Idee! Das heißt, eigentlich waren es zwei Ideen, wie der Flyer aussehen könnte. Zum einen war es naheliegend, das Titelbild des PERRY RHODAN-Romans Nummer 100 zu verwenden. Allerdings war dieses Bild sehr dunkel und überladen, sodaß ich mir überlegt hatte, die wichtigsten Infos zum Con post-it-artig in das Titelbild einzumontieren (Abb. 1 - rechtes Bild).
Die andere Idee war, bei mir selbst zu klauen und die wichigsten Ereignisse aus der Geschichte des PERRY RHODAN-Stammtisches in einen großen 100er hineinzupacken (so etwas wollte ich nämlich schon einmal anläßlich der 10. Ausgabe des Fanzines "NOW!" machen, die aber bis dato nicht erschienen ist)
Die Entscheidung fiel schließlich zugunsten der sicher arbeitsintensiveren, aber auch kreativeren zweiten Variante, dem 100er (Abb. 1 - linkes Bild)


Abb. 1: Zwei Entwürfe für den Zielstern-Con Flyer

Der nächste Schritt war das Zusammenstellen der Bilder - welche Ereignisse und Motive waren wichtig in der Geschichte des PERRY RHODAN-Stammtisches? Und gibt es überhaupt Fotos davon? Ich mache zwar ungern Werbung für mich selbst, aber hier mußte ich nicht in die Ferne schweifen, sondern konnte einfach auf den Stammtisch- und Con-Seiten des FROSTRUBINs nachsehen, wo alles schön übersichtlich zu finden war. Die Schwerpunkte waren natürlich die beiden Austria Cons, von denen es auch massig Bildmaterial gab. (Abb. 2 - oben)


Abb. 2: Zusammenstellung der Motive

Der "100er" mußte so gestaltet sein, daß möglichst viel in die "hohlen" Ziffern hineinpassen würde, das heißt optimale Ausnutzung des Platzes und optimale Schriftdicke. (Abb. 3)


Abb. 3: Platzaufteilung und Ränder für ein A4-Format

Als nächstes gestaltete ich ein erstes Layout in Winword und machte einen Probeausdruck auf einem HP Laserjet (Abb. 4), um diese Vorlage auch in weiterer Folge zu verwenden.


Abb. 4: Der erste Entwurf in Winword

Dann kam der Ankündigungstext an die Reihe - alle wichtigen Infos über die Veranstaltung sollten in den 1er hineingepackt werden, da ja die Nullen für Fotos reserviert waren und sonst auf dem Blatt kein Platz dafür war. (Abb. 5)


Abb. 5: Entwurf für den Ankündigungstext

Weniger ist mehr, hieß die Devise, aber der Flyer war ja wirklich nur dafür gedacht, neugierig zu machen, detaillierte Infos zum Con waren damit nicht möglich (abgesehen davon, daß wir die Infos zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht hatten).


Abb. 6: Die Anordnung des Textes

Oben in den 1er sollte das PERRY RHODAN-Logo kommen, wobei die Untertitel entsprechend anzupassen waren. Außerdem machte ich mir noch Gedanken, wie die weiteren Jubiläums-Cons des Wiener P.R.-Stammtisches heißen würden und überlegte, auch diese witzigen Infos einzubauen (Abb. 7)
Wer die Abb. 7 genauer betrachtet, wird dort noch auf der rechten Seite einen Kreis mit Text darin entdecken - das war der Entwurf für einen Button, den man als "Eintrittskarte" für die Veranstaltung verwenden könnte. Keine Ahnung, ob Interesse dafür besteht.


Abb. 7: Weitere Elemente für den Ankündigungstext im 1er

Als nächsten Schritt lud ich aus dem Internet alle Fotos herunter, die ich für den Flyer verwenden wollte, kopierte sie in ein Winword-Dokument und druckte sie dann auf mehreren Seiten aus. Anhand dieser Blätter machte ich ein grobes Layout, wo ich welches Foto verwenden wollte (Abb. 8).


Abb. 8: Entwurf für die Anordnung der Bilder in den Nullen

Einige der Fotos mußte ich noch in die richtige Größe bringen und neuerlich ausdrucken. Dann begann das große Schneiden, bis schließlich ein chaotischer Haufen Papierschnipsel vor mir auf dem Tisch lag. Diese puzzelte ich anhand der Vorlage zusammen, wobei sich aber noch mehrere Änderungen ergaben. Zuletzt fixierte ich die Papierstückchen mit Tesa-Band auf dem Blatt und klebte den übriggebliebenen PERRY RHODAN-Stempel auf den 1erlinks unten in die Ecke (Abb. 9).


Abb. 9: Das Einkleben der Foto-Schnipsel

Um sich nun ein besseres Bild machen zu können, kopierte ich das Blatt mit den aufgeklebten Fotoausdrucken und zog auf der Kopie die Außenlinien der Ziffern mit dickem Filzstift nach. Die überstehenden Teil lackte ich mit Tipp-ex aus, sodaß man jetzt schon sehr schön sehen konnte, wie das ganze optisch zur Geltung kommen würde (Abb. 10)


Abb. 10: Darstellung der Outlines

Weiters ergänzte ich diesen Entwurf noch mit den Infos, woher ich die Fotos bzw. die Scans hatte, um sie später bei der Arbeit am PC rascher wiederzufinden (Abb. 11)


Abb. 11: Bearbeitungsinformationen zur Quelle der Fotos

Danach begutachtete ich einmal das Ergebnis, um zu schauen, ob auch wirklich alles, was sich in den letzten Jahren beim Stammtisch ereignet hatte, in der Collage enthalten war. Außerdem sollten sich möglichst viele Stammtischbesucher darin wiederfinden, aber da waren wohl noch einige Ergänzungen notwendig. So ging ich im FROSTRUBIN nochmals auf die Suche und sammelte gezielt Fotos von jenen Fans, die mir noch abgingen, aber teilweise war nur sehr wenig Bildmaterial vorhanden.
Wie sollte ich die zusätzlichen Bilder noch einbauen? Die Nuller waren so gut wie voll, also dachte ich daran, die Personen einfach um die Ziffern herum agieren zu lassen (Abb. 12 - man sieht zum Beispiel ein "Strichmännchen" aus einem Nuller herausschauen, eines rutscht oben runter und noch ein anderes klettert auf den 1er hinauf). Das Problem dabei war jedoch, daß ich ganz bestimmte "Stellungen" bzw. Posen der betreffenden Fans gebraucht hätte, und dafür war das vorhandene Bildmaterial zu wenig. So kam ich dann auf die Idee, ein Gruppenfoto, auf dem die meisten der noch gesuchten Fans abgebildet waren, zu verwenden und unten in den 1er einzubauen. Damit hatte ich zwar mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen, allerdings war der ohnehin schon knappe Platz für den Infotext im 1er noch weiter zusanmmengeschrumpft.
Blieben aber noch immer ein paar Fans, die unterzubringen waren - denen schnitt ich kurzerhand die Köpfe ab und verteilte sie über das Bild.


Abb. 12: Entwurf für den Einbau weiterer Personen

Nun begann erst die eigentliche Arbeit, nämlich das zeitaufwendige und mühsame Collagieren am PC. Zunächst suchte ich noch nach einer anderen Schriftart für den 100er, weil mir der 1er zu spitz und die Nullen zu wenig bauchig waren. Nach zahlreichen Fehlversuchen mußte ich schließlich zwei Schriftarten kombinieren - "Impact" in der Schriftgröße 571 für den 1er und "Geometric 231 Heavy BT" in der Schriftgröße 648 für die Nullen.
Wichtig war auch die Qualität der Fotos, da ja der Flyer im A4-Format oder sogar größer erscheinen sollte. Ich mußte alle Fotos, die ich verwenden wollte, neu einscannen; pixelige jpeg-Dateien mit geringer Qualität aus dem Internet konnte ich nicht verwenden und mußte sie gegenbenenfalls durch andere Fotos aus meinen Beständen ersetzen. Das erklärt die teilweise großen Abweichungen des Endproduktes von den Entwürfen. Außerdem versuchte ich die Fotos so groß wie möglich einzubauen, daß auch bei starken Verkleinerungen noch etwas erkennbar ist.

Wirklich schwierig und sehr mühsam war es, die einzelnen Bildfragmente zu kombinieren bzw. zusammenzufügen, sodaß etwas einheitliches Ganzes draus wird - die Übergänge sollten fließend sein, es sollte möglichst keine Leerräume geben und es durfte nichts aus dem "Rahmen" bzw. den Outlines der Ziffern fallen. Nur einer durfte sich darüber hinwegsetzen, und das war Walter Ernsting mit seinem Ellbogen im linken Nuller.
Ich arbeitete abwechselnd mit Paint Shop Pro 8 und Corel Photo Paint 12. Das Corel-Programm verwendete ich insbesondere dafür, Hintergründe zu generieren und die Übergänge zwischen den Fotos zu verwischen und fließender zu machen.
Zuletzt gab es zwei Varianten des Flyers - eine mit pastellblauen und -roten Hintegrundtönen (Stil: Wasserfarben2 3C) und eine mit feurigen rot-gelben Turbulenzen (Stil: Sonnenfeuer). Ich entschied mich für die "spektakulärere" zweite Version, die nun als tif-Datei mit einer Größe von fast 33 MB für die weitere Verarbeitung vorliegt.

In der folgenden Abbildung ist das Endprodukt des Flyers (natürlich durfte auch das Logo unseres Sponsors Mastercard nicht fehlen) zu sehen. Wenn man auf das Bild klickt, kann man in einem eigenen Fenster auch noch einzelne Phasen der PC-Bearbeitung sehen.


Abb. 13: Die Bearbeitung am PC bis zum Endprodukt

Soweit ein sehr kleiner Einblick in meine Abend- und Freizeitbeschäftigungen. Ich hoffe, es ist keiner dabei eingeschlafen ^^

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